Sitting Bull                                         

 

 

 Tötet nicht die Bäume, macht nicht das Wasser unserer Flüsse trübe. Reißt nicht das Eingeweide unserer Erde auf. Sonst werden die Flüsse und Bäume weinen.... Keokuk, Häuptling der Sauk

Ich bin das Land. Meine Augen sind der Himmel. Meine Glieder sind die Bäume. Ich bin der Fels, die Wassertiefe. Ich bin nicht hier, um die Natur zu beherrschen oder sie zu nutzen. Ich bin selbst Natur.... Hopi Indianer

Der Rauch aus unserer heiligen Pfeife ist der Atem des Grossen Geistes. Wenn wir beisammensitzen und die Pfeife rauchen bilden wir einen Kreis, der ohne Ende ist und alles umschliesst, was auf der Erde lebt. Lame Deer (Tahca Ushte), Lakota

Sie behaupten, unsere Erde gehört ihnen. Seht Brüder, der Frühling ist da. Die Sonne hat die Erde umarmt. Bald werden wir die Kinder dieser Liebe sehen. Jeder Same, jedes Tier ist erwacht. Dieselbe Kraft hat auch uns geboren. Darum gewähren wir auch unseren Mitmenschen und unseren Freunden, den Tieren, die gleichen Rechte wie uns, auf dieser Erde zu leben. Aber hört Brüder. Jetzt haben wir es mit einer anderen Art zu tun. Sie waren wenige und schwach; jetzt aber sind es viele und sie sind stark und überheblich. Es ist kaum zu glauben, sie wollen die Erde umpflügen. Habgier ist ihre Krankheit. Sie haben viele Gesetze gemacht und die Reichen dürfen sie brechen, die Armen aber nicht. Sie nehmen das Geld der Armen und Schwachen, um die Reichen und Starken damit zu stützen. Sie sagen, unsere Mutter die Erde gehöre ihnen; sie zäunen uns, ihre Nachbarn, von unserer Mutter ab. Sie beschmutzen unsere Mutter mit ihren Gebäuden und ihrem Abfall. Sie zwingen unsere Mutter, zur Unzeit zu gebären. Und wenn sie keine Frucht mehr trägt, geben sie ihr Medizin, auf das sie auf's neue gebären soll. Was sie tun ist nicht heilig. Sie sind wie ein Fluss zur Zeit des Hochwassers. Im Frühling tritt er über die Ufer und zerstört alles auf seinem Wege... Sitting Bull, Lakota

Ich will für meinen kleinen Bruder einen kleinen Vogel schießen. Ich will für meine kleine Schwester einen kleinen Fisch erlegen.... Haida Indianer.

Wenn du dein Herz nicht hart werden lässt, wenn du deinen Mitmenschen kleine Freundlichkeiten erweist, werden sie dir mit Zuneigung antworten. Sie werden dir freundliche Gedanken schenken. Je mehr Menschen du hilfst, desto mehr dieser guten Gedanken werden auf dich gerichtet sein. Dass Menschen dir wohlgesinnt sind, ist mehr wert als Reichtum. Henry Old Coyote

Weisst du, dass die Bäume reden? Ja, sie reden. Sie sprechen miteinander, und sie sprechen zu dir, wenn du zuhörst. Aber die weissen Menschen hören nicht zu. Sie haben es nie der Mühe wert gefunden, uns Indianer anzuhören, und ich fürchte, sie werden auch auf die anderen Stimmen in der Natur nicht hören. Ich selbst habe viel von den Bäumen erfahren: manchmal etwas über das Wetter, manchmal über Tiere, manchmal über den Grossen Geist. Tatanga Mani, Stoney

Mögen alle meine Fehler sich auf ihre Plätze begeben und möglichst wenig Lärm dabei machen. Eskimospruch

Der Tag geht zu Ende: Überdenke noch einmal, was er dir an Sorgen gebracht hat. Ein paar davon behalte, die anderen wirf weg! Calvin O. John

Die Männer sind im inneren Kreis, und die Fauen sitzen hinter ihnen. Die Frauen wissen soviel wie die Männer, und man fragt sie oft um Rat. Sie interessieren sich immer dafür, was ihre Männer machen, und denken darüber nach. Sarah Winnemucca Hopkins, Paiute

Man könnte sagen, dass die Religion der Nicht -Indianer von außen kam, wie Gott, der irgendwo da oben im Himmel ist mit seinem Königreich, und die Menschen hier unten versuchen, sich in den Himmel hochzuarbeiten. In der Auffassung der Indianer dagegen bist du Gott. Er ist in dir, Teil von dir. Und das ist unser Anfang, unsere Schöpfung, als wir zum ersten Mal erschaffen wurden. Das tragen wir in uns. Vickie Downey, Tewa

Ich sitze wie ein Vogel auf dem Zweig. Ich schaue mich um und weiß nicht wohin. Laßt mich daher auf den Boden herunterkommen. Lenape Indianer

Es gibt mehr als eine Strasse, die zum Leben nach dem Leben führt, es gibt mehr als eine Art zu lieben, es gibt mehr als einen Weg, die andere Hälfte seines Selbst in einem anderen Menschen zu finden, es gibt mehr als eine Art, den Feind zu bekämpfen. Wer sein Selbst nicht lieben kann, kann niemanden lieben. Wer sich seines Körpers schämt, schämt sich alles Lebendigen. Wer seinen Körper schmutzig findet, ist verloren. Wer die schon vor der Geburt erhaltenen Gaben nicht respektieren kann, kann nie etwas richtig respektieren. Eine Nootka

Wie glücklich bin ich? Das ist für uns die wichtigste Frage im Leben. Für einen Indianer hängt der Erfolg nicht davon ab, wieviel er verdient oder welche gesellschaftliche Stellung er einnimmt, sondern einzig und allein davon, wie glücklich er ist. Beryl Blue Spruce, Pueblo Indianerin

Wie lange leben wir auf Erden? Nicht für immer, nur eine kleine Spanne. Jade zerbricht, Gold wird zerdrückt, Quetzalfedern knicken. Nichts dauert auf Erden, alles lebt nur einen Hauch lang. Unsere Zeit ist geliehen, im Nu müssen wir sie hinter uns lassen. Azteke

Du bist, was deine Mutter ist. Du siehst die Welt und alles, was auf ihr ist, durch die Augen deiner Mutter. Was du später von den Vätern lernst, ist etwas anderes. Die Kette der Kultur ist die Kette der Frauen, die die Vergangenheit mit der Zukunft verbindet. Shirley Hill Witt, Mohawk

Ein Volk ist so lange nicht erobert, wie die Herzen seiner Frauen stark sind. Dann aber ist es aus und vorbei- einerlei, wie mutig die Krieger und wie stark ihre Waffen auch sein mögen. Cheyenne-Redensart

Menschen, die bloß arbeiten, finden keine Zeit zum Träumen. Nur wer träumt gelangt zur Weisheit. SMOHALLA (Nez Perce).

Die Vögel verlassen die Erde mit ihren Flügeln. Auch die Menschen können die Erde verlassen, zwar nicht mit Flügeln, aber mit ihrem Geist. HEHAKA SAPA (Sioux)

Geh aufrecht wie die Bäume, Lebe Dein Leben so stark wie die Berge, Sei sanft wie der Frühlingswind, Bewahre die Wärme der Sonne im Herzen und der große Geist wird immer mit Dir sein. WEISHEIT DER NAVAJO

Im Haus des Langen Lebens, dort lebe ich. Im Haus des Glücks, dort lebe ich. Schöhnheit unter mir, dort lebe ich. Schöhnheit über mir, dort lebe ich. Schöhnheit rings um mich her, dort lebe ich. Ins Alter reisend, mit ihm lebe ich. Auf dem guten Pfad bin ich, auf ihm lebe ich. GESANG DER NAVAJO

Mein Großvater hielt mich zur Erde, damit sie mir ihre Gaben schenke; dann hielt er mich zum Himmel, damit mir ein Leben in Harmonie beschieden sei. ALONZO LOPEZ,

Papago Wer etwas Wichtiges vorhat, sollte nicht lange Reden halten, sondern nach ein paar Worten zur Sache kommen. SAGOYEWATHA, RED JACKET

Die drei schlimmsten Übel sind: Dummheit, Faulheit und Feigheit. TECUMSEH, Shawnee Denk mit dem Herzen. Hopi-Sprichwort Friede ist nicht nur die Zeit zwischen zwei Kriegen. Friede ist das Gesetz menschlichen Handelns. LEHRE DER IROKESEN

Die Augen des Adlers sind in mir. Und die Sanftheit des Hasen ist in mir. Und die Schnelligkeit des Hirsches ist in meinen Beinen. Die Süße des Ahornzuckers ist in meinem Mund. Auch die Kraft des Bären ist in mir. Die Farbe des Fasans ist in meiner Haut. Der Ruf des nördlichen Tauchervogels ist auf meiner Zunge. Das Trommeln des Rebhuhns ist in meinen Händen. Und auch die Stille der Föhren ist in mir. Und plötzlich erkannte ich: all dies sind die Zeichen des Tschippewa in mir. Connie Strong

Wie kann man den Himmel kaufen oder verkaufen oder die Wärme der Erde? Diese Vorstellung ist uns fremd. Wenn wir die Frische der Luft und das Glitzern des Wassers nicht besitzen - wie könnt Ihr sie von uns kaufen? Die Erde ist unsre Mutter. Was die Erde befällt, befällt auch die Söhne der Erde. Die Erde gehört nicht den Menschen, der Mensch gehört zur Erde Häuptling Seattle

Als die Erde mit all ihren Lebewesen erschaffen wurde, war es nicht die Absicht des Schöpfers, daß nur Menschen auf ihr leben sollten. Wir wurden zusammen mit unseren Brüdern und Schwestern in diese Welt gesetzt, mit denen, die vier Beine haben, die fliegen, und mit denen, die schwimmen. All diese Lebewesen, auch die kleinsten Gräser und die größten Bäume, bilden mit uns eine große Familie. Wir alle sind Geschwister und gleich an Wert auf dieser Erde. Aus der Danksagung der Irokesen Im Leben eines Indianers gibt es keine schlechten Tage. Auch wenn die Zeiten noch so schwierig sind - jeder Tag ist gut. Weil du am Leben bist, ist jeder Tag gut. HENRY OLD COYOTE

Nahe den Bergen klingt der Felsboden hohl unter den Schritten. Er sagt dann: "denk daran, die Erde ist eine Trommel". Wir müssen sorgsam auf unsere Schritte achten, um im Rhythmus zu bleiben. JOSEPH BRUCHAC

                                         Beifuß 

 Beinweich, Besenkraut, Donnerkraut, Gänsekraut, Gürtlerkaurt, Jungfernkraut, Mugwurz Sonnenwdel, Sonnwendgürtel, Throwurz, Wilder Wermut

Artemisia vulgaris ist nur eine von rund 200 Arten der Gattung Artemisia. Der Name Artemisia stammt von der Göttin Artemis, der Schutzherrin der Heilkräuterkundigen.

Für die germanischen Stämme galt der Beifuss wohl als die mächtigste aller Pflanzen: Mugwurz - Machtwurz wurde er genannt. Thorwur bezieht sich auf den germanischen Donnergott, der den Zaubergürtel Megingjardr. besaß. Mit diesem Gürtel aus Beifuss konnte er seine Kraft verdoppeln und so seine gefährlichen Reisen und Kämpfe bestehen. Harry Potter braucht den Beifuß (wie auch den Baldrian) für die Zubereitung des "Tranks der lebenden Toten." In der Küche wird Beifuß als aromatisches Gewürz (frisch oder getrocknet) verwendet; als Gewürz bei fetten Speisen ist er legendär.

Schon im Mittelalter wurde er als Gewürz für fette Speisen verwendet; tradtionell gehört er zum Gänsebraten. Aufgrund der Bitterstoffe und des ätherischen Öles regt das Gewürz die Bildung von Magensaft und Gallenflüssigkeit an und verbessert die Bekömmlichkeit des fetten Gänsebratens. Man verwendet die oberen Blütenrispen, kurz bevor sie aufgehen. Eine aromatische Auslese des gemeines Beifuß ist die Sorte ‘Thomas’ die niedriger bleibt. Heute noch soll der Beifuss, am Johannistag gepflückt, am wirksamsten sein. Er spielt auch eine wichtige Rolle im Mittsommerkult, wo er zu einem Gürtel geflochten wurde, um damit um das Sonnenwendsfeuer zu tanzen. Anschließend wurde dieser Gürtel im Feuer verbrannt – das sollte das ganze Jahr vor Krankheit schützen. Heilkraut Beifuß Beifuß wurde schon in der Antike nicht nur als Gewürzpflanze, sondern auch als Heilkraut genutzt. So wandte der griechische Arzt Dioskurides, der im 1. Jahrhundert n. Chr. lebte, sie gegen Darmwürmer an. Als " Indianerpflanze" wird Beifuß zum Räuchern verwendet, um böse Geister zu vertreiben. Die Chinesen benutzen ein zusammengerolltes Beifuß-Blatt gegen Nasenbluten.

Das Kraut wirkt daher appetitanregend, verdauungsfördernd, krampflösend und auch schweißtreibend, lindert Magen-, Darm- und Menstruationsstörungen, fördert den Gallefluss und die Bildung von Magensäfte. Für die Hausapotheke nimmt man die obersten Triebspitzen mit Blättern und Knospen. Die alten Römer legten sich Beifußblätter in die Sandalen, um ihre Füße vor Übermüdung zu schützen - eine Vermutung, die sich auch in dem deutschen Namen "Beifuß" widerspiegelt. Früher kannte man noch nicht die teuren Schuhsohlen und behalf sich so auf "natürliche" Weise - man nannte Beifuß auch die "Kraftpflanze der Wanderer". Mit frischen Blättern kann man sich heute noch ein wohltuendes Fußbad für z.B. nach langen Wanderungen gegen geschwollene Füßemachen; auch als Badezusatz befreit er von Müdigkeit! Zerkleinert in ein Kräutersäckchen gefüllt, nimmt der Beifuß Ihnen heute, im Handgepäck mitgeführt, durch seine beruhigende Wirkung. die Flugangst - das ist ausprobiert und bei langen Autofahrten vertreibt das "Riechkraut" die Müdigkeit. Beifuß als Liebespflanze

Das Beifusskraut ("Herba S. Valentini") ist dem Hl. Valentin (Valentinstag) geweiht. Die alten Germanen verwendeten sein rotes ätherisches Öl, um damit ein Bockbier herzustellen, das stark berauschende und aphrodisische Wirkung zeigte; in Griechenland wird er als aphrodisischer Tee getrunken. Beifuß harmoniert gut mit Zwiebeln und Knoblauch - so kann man seine "Liebeskräfte" noch verstärken.

 

  Der Holunder Liebling von Frau Holle

Ende Mai bis Anfang Juni ist es wieder soweit: Der sonst unauffällige oder gar unschöne Holunderbusch verwandelt sich in ein herrliches Blütenmeer. Doch das ist nicht alles, was der sagenumwobene Holunder zu bieten hat.

Die bekannteste Holunderart ist sicherlich der "Schwarze Holunder" (Sambucus nigra). Er gehört zur Familie der Geißblattgewächse (Caprifoliaceae) und wächst in ganz Europa an Waldrändern und in der Nähe von Siedlungen. Der Name "Holunder" stammt vom althochdeutschen Wort "Holuntar" ab. Es setzt sich aus "Holun" und "tar" zusammen. Holun kann von hohl, heilig oder von Frau Holle abstammen. So genau weiß man das heute nicht mehr. Tar kommt von Baum oder Strauch.

Der wissenschaftliche oder lateinische Name "Sambucus" leitet sich vermutlich vom griechischen "Sambux" ab und bezeichnet den dunklen Farbstoff der Holunderbeeren. Im Deutschen hat der Holunder noch etliche andere Namen: Alhorn, Backholder, Betschel, Eiderbaum, Flieder, Holder, Holler, Huskolder, Keilken, Kischke oder Schwarzholder.

Der Holunderstrauch kann eine Höhe bis zu sechs Metern erreichen. Seine hellgraue, rissige Rinde mit warzenartigen Punkten umschließt das korkartige Mark in den Ästen. Und hier sind wir an einem Punkt angelangt, der Dir vielleicht nicht unbekannt erscheint. Stichwort: Blasrohr. Ja, seit Generationen basteln Kinder aus Holunderzweigen Blasrohre, indem man das Mark aus einem Aststück entfernt.

Aber im Holunder steckt noch mehr als nur Mark. In den Blüten und Beeren des Holunderstrauches finden sich sehr viele wertvolle Stoffe. So zum Beispiel ätherische Öle, Gerb- und Mineralstoffe. Die Beeren enthalten viel Vitamin C sowie die Vitamine A, B1, B2 und Folsäure.

Doch wie alles auf der Welt haben auch die Holunderbeeren zwei Seiten. Sie enthalten das Gift Sambunigrin. Beim Verzehr roher Beeren kann es daher zu Magenkrämpfen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall kommen. Doch das Sambunigrin verträgt keine Hitze, so dass es durch Kochen zerstört wird.

Der Holunderbusch war angeblich der Lieblingsbaum der germanischen Göttin Holla, die Du sicherlich als "Frau Holle" durch das Märchen der Gebrüder Grimm kennst. Bei den Germanen war Frau Holla die Hausgöttin. Sie war dem Glauben nach eine sehr freundliche Göttin, die Pflanzen und Menschen Schutz gab.

Sie konnte die Menschen angeblich von Krankheiten heilen. Ihr Name steht daher mit den Begriffen "hold" oder "huld" für Gnädigste in Zusammenhang. Sie wurde mit Opfergaben verehrt, und diese Opfer wurden stets unter Holunderbüsche gelegt. In einigen Gegenden wurde die Göttin auch Perchtha genannt. Dies ist die ursprüngliche Form des Namens Bertha. Der Name bedeutet "die Strahlende".

Im Märchen "Frau Holle" werden die weißen Holunderblüten in Federn verwandelt und als Schnee auf die Erde geschüttelt. In diesem Märchen wird noch eine weitere Eigenschaft der Göttin Holla beschrieben. Die Göttin liebte Quellen und Brunnen. Wollte ein Sterblicher zu ihr gelangen, so musste er zuerst durch einen Brunnen tauchen. So kam auch die Goldmarie erst durch einen Sprung in den Brunnen zu Frau Holle.

Als die Menschen noch an die Göttin Holla glaubten, war es streng verboten, einen Holunderbusch zu fällen oder zu beschädigen. Die Menschen glaubten, wer ihn fällt, werde von einer Krankheit befallen.

Es gibt Berichte aus dem 17. und 18. Jahrhundert, wonach die Menschen den Busch um Verzeihung baten, wenn sie ihn fällen mussten, um zum Beispiel Heilmittel herzustellen. Mit der Verbreitung des Christentums wurde der alte Brauch, an Quellen und unter Holunderbäumen zu Holla zu beten und zu opfern, streng bestraft.

Der Holunder ist wegen seiner Inhaltsstoffe schon lange Zeit eine Heilpflanze. Sie findet Verwendung bei Erkältungskrankheiten und Grippe, bei Fieber, zur Stärkung des Immunsystems, bei Rheuma, Hautunreinheiten und Verstopfung. Nur die Beeren und Blüten werden verwendet, denn das Grüne der Pflanze ist giftig.

In der Antike benutzte man den Holunder zum Schwarzfärben der Haare. Auch als Heilmittel wurde er damals schon verwendet. Die Holunderblüten werden vor allem als Tee getrunken. Dabei sollte man täglich nicht mehr als zehn bis 15 Gramm verwenden. Am besten, man fragt einen Arzt oder eine Ärztin bevor man selbst den Tee zubereitet. Apotheker wissen da auch Bescheid.

Lecker ist die Holunderlimonade. Dazu musst Du den Saft von zwei Zitronen mit einer halben Tasse Wasser und einem gehäuften Esslöffel Zucker verrühren. Einige Holunderblüten mit den Stielen nach oben dazugeben und über Nacht ziehen lassen. Am nächsten Tag gießt Du alles durch ein Sieb und füllst das ganze mit einer Flasche Mineralwasser auf.

Für Holundersaft musst Du etwa ein Kilogramm frisch gepflückte, reife Holunderbeeren entstielen, waschen, abtropfen lassen und durch ein Sieb passieren. Der Saft wird mit 250 Gramm Zucker und einem halben Teelöffel Zimtpulver in einem Topf etwa fünf Minuten gekocht. Dabei immer umrühren. Der heiße Saft wird in eine Flasche gefüllt - fertig. Er hilft bei Erkältungen und Verdauungsbeschwerden.

Berühmt sind die Holunderküchle, bei denen die Holunderblüten in Teig ausgebacken werden. Für den Teig gibt es zahlreiche Rezepte. Am besten kommt der Holundergeschmack bei einem einfachen Eierpfannkuchenteig zur Geltung. Der Teig sollte recht dünn sein. Die Blüten mit dem Stiel nach oben darin eintunken und in heißem Pflanzenfett backen. Wenn der Teig fest ist, kannst Du die Stiele abschneiden und die Blüte noch mal wenden. Quelle: Bernhard Hildebrand

 

 

 Fichte (Harz)

Das Fichtenharz (Picea ables), als "Burgunderharz" oder "Burgundisches Pechharz" verkauft, wurde früher Waldweihrauch genannt und noch bis ins letzte Jahrhundert als preisgünstiger Ersatz für den sehr viel teureren Weihrauch gebraucht. In alten Kräuterbüchern wird berichtet, daß das Fichtenharz zur Verfeinerung einige Zeit in einen Ameisenhaufen gelegt wurde, um dort durch die Ameisensäure einen Umwandlungsprozeß zu erfahren. Die Irminsul (Irminsäule), eine Art schamanistischer Weltenbaum, war ein Baumheiligtum der Germanen. Es war eine Fichte und wurde dem Gott Poseidon geweiht, da aus Fichten Schiffsmasten hergestellt wurden. Im Mittelalter wurde sie wegen ihres Duftes in Reinigungs- und Desinfektionsräucherungen als Heilmittel gegen Seuchen geräuchert. Fichtenharz wirkt keimtötend und kann somit die Raumluft desinfizieren. Es duftet kräftiger als das Harz der Tanne, allerdings fehlt ihm die frische, oft zitronenartige Note des Tannenharzes. Es verströmt beim Räuchern einen kräftigen, grünen, waldigen Duft. Fichtenharz wirkt kräftigend, stärkend und aufbauend und fördert dadurch die Genesung von Krankheiten. Der Rauch des Fichtenharzes diente als Schutz vor störenden Einflüssen und hilft, innere Ruhe zu finden, was die Meditation erleichtert. Das hellgelbe Harz wurde in der mittelalterlichen Heilkunde viel zur Herstellung von Heilsalben und auch für Heilräucherungen verwendet. Es hilft bei Ausschlägen und Rheuma. Die Sprossen verbrennen mit dem für Fichte typischen Eigengeruch. In der Volksmedizin galt ein Tee aus Fichtensprossen als gutes, blutreinigendes Mittel. Die Sprossen in Honig oder Zucker eingelegt, wurden als Fichtenhonig bei Husten, Bronchitis und Erkältungskrankheiten verwendet. Das bekannte und zu Heilräucherungen noch im 20. Jahrhundert in Apotheken verkaufte Burgunderharz (Pix burgundica) ist ein gelbes, krümeliges Harz, das durch einen Schmelzprozeß ebenfalls aus dem Harz der Fichte gewonnen wird. Es hat einen kräftigen, grünen, waldigen Geruch. Burgunderharz wirkt stärkend und aufbauend. Die Fichte gehört zur Gattung der Kieferngewächse. Es ist ein Nadelbaum mit vierkantigen, allseitswendigen, spitzen Nadeln. Die Zapfen sind hängend. In Europa ist besonders wichtig die Gewöhnliche Fichte (Rottanne, Picea excelsa), die bis zu 50 Metern hoch wird. Frei stehende Fichten sind fast bis zum Grund beästet. Das Holz der Fichte wird als Bau- und sonstiges Nutzholz verwendet. Weitere Fichtenarten sind u.a.die Omorikafichte (Picea omorika) aus dem Balkan und die als Zierbaum beliebte Blau-Fichte(Picea pungens glauca) aus dem östlichen Nordamerika. Fichten findet man in Mischwäldern oder reinen Nadelwäldern bis 2.000 Meter Höhe fast in ganz Europa, in Südeuropa nur in Gebirgslagen. Fichtenharz kann man auch gut selbst sammeln. Wie bei allen klebrigen Harzen empfiehlt es sich, das Harz einzufrieren, da es sich in gefrorenem, spröden Zustand sehr leicht zerteilen und portionieren läßt. Fichtenharz und Burgunderharz entwickeln viel dichten Rauch. Deshalb eignen sie sich am besten für Räucherungen im Freien. Sie mischen sich zum Räuchern gut mit Tanne, Kiefer, Zeder, Galbanum, Benzoe, Lavendel, Rosmarin u.a.

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